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Ladenburger Freibad öffnet frühestens im Juni

veröffentlicht um 25.04.2020, 00:34 von Dirk Ziegelmeier
Konkrete Bedingungen für Badebetrieb noch unklar - Bürgermeister Schmutz befürchtet gesellschaftspolitische Folgen langer Schließung

Eigentlich war alles vorbereitet, um die Schwimmbadsaison 2020 eröffnen zu können. Der für die Technik verantwortliche Bademeister Senol Genc hat längst das Wasser in die Becken laufen lassen. Betriebsbereit ist auch die Rutsche. Die Umwälzpumpen sind startklar. Die Stadt Ladenburg hat sogar einen neuen Bademeister eingestellt, was die Personalsituation verbessert. Auch Bürgermeister Stefan Schmutz war bereit, die Saison etwa Mitte Mai zu eröffnen: mit einem Kopfsprung ins kühle Nass. Jetzt kann er die Badehose erst einmal im Kleiderschrank liegenlassen.

Die Corona-Pandemie hat auch das Thema "Freibäder" infiziert. "Der geplante Termin Mitte Mai ist auf unbestimmte Zeit verschoben", teilte die Verwaltung kürzlich mit. Im Gespräch mit der RNZ bekräftigt Bürgermeister Schmutz, dass an einen regulären Badebetrieb nicht zu denken ist. 2019 haben rund 130.000 Gäste das Ladenburger Freibad besucht. Ob und in welcher Form Freibäder in Deutschland geöffnet werden dürfen, ist Thema von Bund und Ländern, bei denen unter anderem die Freibäder für die nächste Zusammenkunft auf der Agenda stehen.

"Wir werden sehen, wie sich die Kommunen dann verhalten müssen", so Schmutz. Er betont, dass die zu erwartenden Einschränkungen gerade für Kinder, Jugendliche und Familien schwer zu verkraften sind: "Wir hoffen, dass wir einen akzeptablen Kompromiss anbieten können." Wenn die Bürger im Urlaub daheim bleiben müssen und dann auch noch der Besuch des Schwimmbads ausfällt, wirke sich dies auf die gesellschaftliche Stimmung aus. Schließlich stelle der Besuch des Freibades gerade an heißen Sommertagen ein Stück Lebensqualität dar.

In Ladenburg sind zum Beispiel die Wasserrutsche und der Sprungturm unter Kindern und Jugendlichen beliebt, die 50-Meter-Bahnen werden von Schwimmsportlern, aber auch von den treuen "Frühschwimmern" geschätzt. Gerade hat der Freibad-Förderverein eine neue Schaukel an die Stadt übergeben. Außerdem haben die Freibadförderer die Holzliegeflächen am Beckenrand erneuert.

Es sei schon jetzt abzusehen, dass die Badesaison 2020 ein Loch in die Haushaltskasse reißt. Dauerkarten können wohl keine angeboten werden. Badetage mit Besucherrekorden sind in Corona-Zeiten ebenfalls ausgeschlossen. "Wir sollten Zugeständnisse machen", meint Schmutz, der die Freibadsaison 2020 noch nicht ganz abschreiben möchte.

Auch der neue Pächter des Schwimmbad-Kiosks, Heinz Jäger, hätte sich einen besseren Start gewünscht. Er hat ein neues gastronomisches Konzept vorgestellt und damit die Mitglieder des Gemeinderats überzeugt. Wann er öffnen kann, steht ebenfalls noch nicht fest. Fest steht indes, dass der Austausch von Bademeistern mit der Nachbargemeinde Ilvesheim fortgesetzt wird. Die dort angestellten Bademeister helfen in der Sommersaison, den Betrieb im Ladenburger Freibad aufrechtzuerhalten. Ob die Ilvesheimer Bademeister in der kommenden Saison eingeplant werden, hängt letztlich an den Öffnungszeiten.

Die Sperrung aller öffentlichen Flächen wie der Festwiese, der Neckarwiese und der Grillwiese, aber auch der Sportplätze und Kinderspielplätze über den Sommer hinaus beizubehalten, ist für Bürgermeister Schmutz nur schwer vorstellbar. Ebenso wie beim Freibad befürchtet er, dass ein zu langer "Lockdown" sozial- und gesellschaftspolitische Folgen nach sich zieht: "Das würde ein erhebliches Spannungsfeld erzeugen", ist er überzeugt. Er will die Lockerungen sofort umsetzen, wenn es die Sicherheitslage zulässt.


Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung https://www.rnz.de

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