Neues‎ > ‎

„Ich gehe gerne ins Bad, da kann ich auch etwas dafür tun“

veröffentlicht um 12.04.2016, 14:03 von Dirk Ziegelmeier   [ aktualisiert: 12.04.2016, 14:04 ]
"Supertoll,  wir sind ganz begeistert!" So freute sich Carola Sturm als Vorsitzende des Freibad-Fördervereins Ladenburg (FFL). "Echt überrascht",  zeigte  sich auch ihr Stellvertreter Walter Dehnel angesichts der mit rund 60 freiwilligen Helfern diesmal besonders vielen Mitwirkenden. Seit Jahren organisiert der 2002 gegründete Verein den Frühjahrsputz in einer der wichtigsten städtischen Freizeiteinrichtungen, die jedoch hohen Zuschuss-Bedarf hat.

"Wir wollen diese Einrichtung nicht verlieren", erklärt uns der Ladenburger Gerhard Rühle, dass er mit seinem Helfereinsatz einen Beitrag dazu leisten will, "das Freibad zu erhalten". Wie im März berichtet, sah sich der Gemeinderat gezwungen, die Eintrittspreise anzuheben. Man sah jetzt auch den einen oder anderen Stadtrat mit anpacken beim Streichen und Reparieren. Von Anfang an ist der frühere Stadtgärtner Werner Edelmann mit der Motorheckenschere dabei.

"Im kommenden Jahr werde ich 80 und dann endgültig beim Frühjahrsputz nicht mehr mitmachen", kündigte Edelmann an. Schon vor dem jüngsten Einsatz hat er Hecken gestutzt. Dabei ist er kein FFL-Mitglied und geht selbst "niemals schwimmen". Doch gehört seine Ehefrau Marianne seit Jahren zu den täglichen Frühschwimmern. Ob der junge Gärtner Maurice Sturm in Edelmanns Fußstapfen tritt? Jedenfalls beteiligte sich der Sohn der FFL-Vorsitzenden ebenfalls bereits im Vorfeld am Grünschnitt.

"Leider mussten aus Sicherheitsgründen drei Platanen entfernt werden, die innen verfault waren", erklärt Stadtbaumeister André Rehmsmeier, der als Fahrer des Bauhof-Pritschenwagens an der Aktion mitwirkte. Einen weiteren Wagen stellte "Holzbau Vögele" bereit. Die Fäll-Arbeiten hatte die Freiwillige Feuerwehr zuvor ausgeführt. 14 Mädchen und Jungs aus der Jugendfeuerwehr unter der Leitung von Stjepan Cukelj halfen jetzt beim Aufräumen mit.

"Das ist schon ein Selbstläufer bei uns, ebenso wie "Ladeberg g'hert gekehrt", sagt Cukelj. Die Zehn- bis 16-Jährigen wüssten großenteils aus Erfahrung, was zu tun sei. Etwa die Hälfte sei erstmals dabei. Man wolle damit der Stadt etwas zurückgeben. "Das ist unser Bad, und da tragen wir gerne dazu bei, dass es besser funktioniert", betont Jochen Knausenberger, dessen DLRG-Schwimmer ebenso aktiv waren wie Bademeister Segnol Genc und zehn Flüchtlinge aus der Unterkunft auf den Feldern.

"Die Stadt tut sich schwer mit dem Unterhalt des Bads. Je schöner es ist, desto mehr Gäste kommen und desto mehr Geld bleibt in der Kasse." Dies erklärte Freibad-Fan Norbert Meyer, der ebenso zu den treusten FFL-Helfern zählt wie beispielsweise das Ehepaar Lange. "Das Freibad darf nicht sterben", formuliert es Altstadtrat Jürgen Müller als Ex-FFL-Chef drastisch.

"Ich bin so gerne im Schwimmbad, da kann ich auch etwas dafür tun", begründet Karoline Baumstark ihr Engagement zusammen mit Mann Oliver und Sohn Jonathan. Um das Freibad vor der geplanten Eröffnung im Mai auf Vordermann zu bringen, wurden Nichtschwimmerbecken und Liegeterrasse gestrichen. Hecken tragen wieder Sommerschnitt.

Außerdem wurde Laub zusammengerecht, im Beachvolleyballfeld Wildkräuter gezupft und allerlei weitere Arbeiten durchgeführt. Bürgermeister Rainer Ziegler dankte es allen Helfern nicht nur persönlich mit Worten, sondern auch, indem er den Mittagsimbiss aus der eigenen Tasche gestiftet hatte.

Quelle: Mannheimer Morgen http://www.morgenweb.de