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Freibad-Saison in Ladenburg endet ohne Zwischenfall

veröffentlicht um 20.09.2016, 22:31 von Dirk Ziegelmeier   [ aktualisiert: 20.09.2016, 22:32 ]
Die Freibadsaison 2016 war aus Sicht der Ladenburger Verantwortlichen zufriedenstellend. 180.000 Euro Badegebühren sollen laut Plan auf der Einnahmenseite des Verwaltungshaushalts stehen. "Wir werden den Ansatz wohl erreichen. Vielleicht nehmen wir sogar ein paar Euro mehr ein", sagte Uwe Bayer von der Stadtverwaltung, der für den Bereich Freibad verantwortlich ist. Das Schwimmbad ist schon immer ein Zuschussbetrieb: Den Luxus eines eigenen Bads lässt sich Ladenburg jedes Jahr rund 400.000 Euro kosten. Gut, dass es den Freibad-Förderverein (FFL) gibt.

Erste-Hilfe-Abteilung ist unterbesetzt

Die Vorsitzende des FFL, Carola Sturm, und ihr Stellvertreter Walter Dehnel, zogen ebenfalls eine erfolgreiche Bilanz. In diesem Jahr wurden vom FFL Bäume gepflanzt, ein Sonnensegel am Spielplatz aufgebaut und neue Sonnenschirme für die Holzumrandung am Becken angeschafft.

Vor der Badesaison 2017 steht wieder eine größere Investition an. Der Kletterfisch am Kinderspielplatz ist kaputt, die Freibadförderer wollen ihn ersetzen. Da traf es sich gut, dass der Betreiber des Schwimmbadkiosks, Willy Koch, kurz vor Ende der Badesaison noch einen Scheck an den FFL überreichte.

Carola Sturm nahm von Kiosk-Chefin Farida Ramoni 450 Euro entgegen. "Eine Flosse des Kletterfisches können wir mit dieser Spende finanzieren", sagte Sturm und lachte. Die Vorsitzende freute sich auch über den Erfolg der Mitgliederwerbeaktion. Rund 40 neue Mitstreiter sind dem Förderverein in den vergangenen Wochen beigetreten. Es können aber noch viel mehr sein, sagte Sturm. Zufrieden mit der Badesaison waren auch Bademeister Jörg Leppert und sein Stellvertreter Senol Genc. "Die wichtigste Nachricht ist, dass wir auch in diesem Jahr keinen Badeunfall im Wasser hatten."

Rund 120.000 Besucher kamen ins Freibad. Nach einem eher schleppenden Verlauf im Frühsommer sah es schon so aus, als müsse mit einem Besucherrückgang gerechnet werden. Der Spätsommer war jedoch "sehr gut". Dank der guten Zusammenarbeit mit der DLRG-Ortsgruppe standen immer Ersthelfer am Beckenrand. Probleme sieht Leppert allerdings für die Zukunft. Die Rettungsschwimmer, die auf 450-Euro-Basis auf Abruf bereitstehen, um Spitzenzeiten abzudecken, werden immer weniger. "Da müssen wir uns was einfallen lassen", sagte Leppert. Er registrierte aber die gute Jugendarbeit des DLRG-Ortsvereins.

Unterbesetzt sei auch die Erste-Hilfe-Abteilung. Die Johanniter stellen keine oder nur sporadisch Sanitäter ab. Wespenstiche und kleinere Verletzungen musste Leppert daher meist selbst versorgen. Auch Prellungen von all zu rasanten Fahrten auf der Wasserrutsche mussten behandelt werden.

Leppert und Genc machen das Freibad nach der Schließung "winterfest". Die Becken und Filter werden gereinigt, es finden kleinere Sanierungsarbeiten statt. In der Winterzeit bleibt das Wasser im Becken, um die Fliesen und Fugen vor Frostschäden zu schützen. Im November und Dezember können die Bademeister ihren Jahresurlaub nehmen.

Rund 300 Überstunden haben sich außerdem angesammelt, die Leppert und Genc im Frühjahr 2017 abbauen werden. Im März geht dann schon wieder die Freibadsaison los: "Wir sind jetzt nach so einer langen Saison ausgepowert. Aber spätestens im Februar kribbelt es wieder." Leppert ist seit 15 Jahren Chef des Freibades, Genc feierte in diesem Jahr seine fünfte Saison.

Auch die Badegäste zogen Bilanz. "Wir haben doch Glück, dass wir in Ladenburg das schönste Freibad in der Region haben", sagte Janö Schröder. Der städtische Hausmeister ist mit seiner Familie regelmäßig Gast der Einrichtung. "Der Liegeplatz vor dem Kiosk ist unser Stammrevier." Für ihn ist es selbstverständlich, dass seine Familie eine Jahreskarte besitzt, und "wir sind auch alle im FLL", sagte Schröder. Das Freibad müsse unbedingt erhalten bleiben.


Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung