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Durchwachsene Saison für das Ladenburger Freibad

veröffentlicht um 01.09.2014, 12:23 von Dirk Ziegelmeier   [ aktualisiert: 01.09.2014, 12:23 ]
"So gepflegt und attraktiv war das Ladenburger Freibad noch nie. Mir geht das Herz auf, wenn ich die saftig-grüne Liegefläche sehe und die mächtigen Bäume, die das Freibad zu einem der schönster Bäder in der Region machen", kommt Badegast und Freibadfan Helmut Morast in Schwärmen. Er erinnert sich gerne an die heißen Tage über Pfingsten als Hunderte von Kindern sich im kühlen Nass erfrischten.

Rund 400.000 Euro muss die Stadt jährlich zuschießen, damit der Freibadbetrieb aufrecht erhalten werden kann. Aber bisher gibt es keine Anzeichnen, dass das Bad auf der Sparliste steht. Erst kürzlich betonte Bürgermeister Rainer Ziegler in der Jahreshauptversammlung des Freibad-Fördervereins FFL, dass das Freibad die wichtigste Einrichtung sei, weil sie von allen Bevölkerungsschichten genutzt werde. Rund 120.000 Menschen besuchen es pro Saison.

Nichtsdestotrotz sei es wichtig, den Zuschussbedarf des Freibades nicht ansteigen zu lassen, meinte Ziegler. Dieses Jahr nicht ganz einfach. Stadtkämmerer Claus Hessenthaler sprach von einer Entwicklung, die "ganz ok" sei. 160.000 Euro hat er auf der Einnahmenseite eingeplant. Bisher wurden 123.000 Euro eingenommen, so dass das Ziel in diesem Jahr wohl nicht ganz erreicht wird. "An der Attraktivität des Freibades liegt der Besucherrückgang nicht. Im Gegenteil, durch die neue Familienrutsche haben wir viele neue Badegäste gewinnen können", lobt Hessenthaler die Neuanschaffung, die vom Freibad-Förderverein finanziert wurde. Das Wetter sei in diesem Jahr aber alles andere als optimal gewesen. Eine Punktladung bei den Einnahmen wie 2013 werde es dieses Jahr wohl nicht geben.

Auf "absolute Hochsaison" sind in diesen Wochen normalerweise die Bademeister Jörg Leppert und Senol Genc eingestellt. "Der Stressfaktor hält sich derzeit allerdings in Grenzen", sagten die beiden städtischen Angestellten im RNZ-Gespräch. Derzeit kommen nicht mehr als 30 Badegäste in die Einrichtung, so dass es sich kaum rentiert, das Freibad zu öffnen. Arbeitslos sind die Fachangestellten allerdings nicht. Im Technikraum können nun Reparaturen ausgeführt werden, die schon immer mal erledigt werden mussten. Die Saison 2014 hatte in diesem Jahr mit einem negativen Aspekt begonnen. Weil durch einen Wasserrohrbruch die Technik unter Wasser gesetzt wurde, musste der Eröffnungstermin um zwei Wochen verschoben werden. Derzeit ist Genc damit beschäftigt, die Bodenplatten am Beckenrand mit einem Dampfstrahler zu säubern. Der Fachangestellte berichtete auch, dass in diesem Jahr weniger Überstunden anfallen werden, was sich positiv auf den Zuschussbedarf auswirken werde.

Alles andere als glücklich mit der Badesaison ist auch Kioskbetreiber Rainer Kunkel. Derzeit lässt er das Schwimmbadkiosk ganz geschlossen, denn an manchen Tagen sei der Umsatz sogar bei Null.

Sorgen um das Freibad macht sich auch Carola Sturm. "Wann wird's mal wieder richtig Sommer?", fragt sich die FFL-Vorsitzende, die sich mit den aktiven Mitgliedern auch um die Grünpflege im Bad kümmert. Der FFL hatte ebenfalls Pech mit dem Wetter. Im Juli musste er eine "Nachtschwimm-Party mit Livemusik" wegen der anhaltenden Schlechtwetterperiode absagen. Die Veranstaltung soll nun 2015 stattfinden. Sturm glaubt nicht, dass das Einnahmenziel noch erreicht werden kann. "Wir brauchen drei Tage Sonnenschein pur, damit sich die Badegäste an das Freibad erinnern", meinte Sturm.


Quelle: Rhein-Neckar Zeitung
http://www.rnz.de/bergstrasse/00_20140829060000_110741027-Durchwachsene-Saison-fuer-das-Ladenburger-Frei.html